2024 wurden in stationären und mobilen Anlagen rund 12,97 Mio. t mineralische Bau- und Abbruchabfälle und Aushubmaterialien behandelt. ©adobestock

Konsequentes Trennen und neue Recycling-Lösungen zeigen Wirkung. Das Aufkommen an Bau- und Abbruchabfällen hat sich 2024 stabilisiert. Im Fokus stehen jetzt die Aushubmaterialien, die mit rund 38 Millionen Tonnen jährlich das größte, aber am wenigsten genutzte Rohstofflager des Landes bilden.

Wovon bei mineralischen Abbruchabfällen genau die Rede ist, zeigt ein Blick auf die Baustelle: Baurestmassen – umgangssprachlich auch Bauschutt genannt – sind mineralische Abfälle, die bei Bauarbeiten anfallen. Gemeint sind vor allem Beton, Straßenbeläge, Mauerwerk, Mörtel und Ziegel. Damit sie recycelt werden können, müssen sie frei von nicht-mineralischen Stoffen wie Kunststoff, Holz oder Metall sein, die oft noch in gemischten Bauabfällen stecken.

Laut Statusbericht 2026 des Klimaministeriums (BMLUK) für 2024 fielen rund 11 Millionen Tonnen solcher Abfälle an, damit stagniert das Aufkommen an Bau- und Abbruchabfällen (-3,3% seit 2020). Auch das gesamte heimische Abfallaufkommen blieb mit rund 67 Millionen Tonnen stabil. Deutlich mehr Masse liefert der Untergrund: 38 Millionen Tonnen Aushubmaterialien fielen 2024 an, mehr als dreimal so viel wie Bauschutt, Beton und Straßenaufbruch zusammen.

Österreichweit bereiteten 173 stationäre und 984 mobile Anlagen 2024 rund 13 Millionen Tonnen mineralische Bau- und Abbruchabfälle sowie Aushubmaterialien auf, mehr als im Vorjahr (12,2 Mio. t). Daraus entstanden rund 8,7 Millionen Tonnen Recycling-Baustoffe, weitere 397.000 Tonnen wurden stofflich verwertet. Rund ein Zehntel landete noch auf der Deponie.

Damit steht Österreich im europäischen Vergleich gut da: Die EU-Abfallrahmenrichtlinie gibt eine Verwertungsquote von mindestens 70% vor, der EU-27-Schnitt lag laut Eurostat und Europäischer Umweltagentur zuletzt bei rund 88 bis 90%. Österreich zählte wiederholt zu den Ländern mit einer Quote über 90%.

Bodenaushub: Vom Abfall zur Ressource

Aufholbedarf besteht hierzulande beim Bodenaushub und dabei geht es vor allem um rechtliche Feinheiten. Aushubmaterialien zählen mengenmäßig zu den bedeutendsten Abfallströmen Österreichs, sollen künftig aber gar nicht mehr als Abfall gelten. Die in Vorbereitung befindliche Aushubverordnung soll kiesige und felsige Bodenaushubmaterialien gezielt als hochwertige Zuschlagstoffe für Beton- und Asphalterzeugung nutzbar machen, das schont Deponieraum und eröffnet zusätzliche Verwertungswege. Der nächste große Schritt liegt nicht im Recycling, sondern tief unter der Baustelle im Aushub.

Autor: Evelin Past