Schulen & Universitäten
Um in Österreich in einem Rohstoffe gewinnenden Unternehmen arbeiten zu können, gibt es einige einschlägige schulische als auch universitäre Bildungseinrichtungen.
HTL Leoben: Ausbildungen für die Zukunft
Die Ausbildung an der HTL Leoben für Material- und Umwelttechnologie verbindet fundiertes naturwissenschaftliches Wissen mit praxisnaher Anwendung. Durch die enge Verknüpfung von Umwelttechnik, Energietechnik, Chemie und Analytik, Biotechnologie, Verfahrenstechnik, Werkstofftechnik und Nachhaltigkeit entsteht ein breites Kompetenzspektrum, das auf die Herausforderungen von heute und die Zukunft vorbereitet. Ab dem 3. Ausbildungsjahr wird der Zweig Rohstofftechnik angeboten.
Das Forum mineralische Rohstoffe und der Fachverband der Stein- und keramischen Industrie unterstützt diesen maßgeschneiderten HTL-Zweig, der sich speziell mit der Gewinnung und Aufbereitung minerlischer Rohstoffe beschäftigt. Diese spezielle Ausbildung wird mit hoher Priorität gemeinsam mit Wirtschaftspartnern und der HTL Leoben vorangetrieben.
Zudem unterstützen Unternehmer den Schwerpunk Rohstofftechnik. Damit wird sichergestellt, dass sich junge Menschen, die sich für dieses so wichtige Fachgebiet begeistern auch mit einer Jobgarantie rechnen können.
Absolventinnen und Absolventen haben vielfältige Berufsaussichten! Die Roh- und Baustoffindustrie bietet von der Gewinnung über die Produktion bzw. Verarbeitung bis hin zum Recycling interessante Betätigungsmöglichkeiten, die sich im Ausbildungsprofil widerspiegeln. Bergbau- und Aufbereitungstechnik, Forschung und Produktentwicklung, Analytik, Qualitäts- und Umweltmanagement, technisches Marketing und Projekt- und Prozessmanagement sowie Businesscontrolling sind mögliche Tätigkeitsbereiche unserer Absolventinnen und Absolventen. Dabei erstreckt sich der Einsatz der/des Rohstofftechnikerin und -technikers auch auf nachgelagerte Branchen, wie beispielsweise der pharmazeutischen oder glasverarbeitenden Industrie. Die Einsatzmöglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und auch in Zukunft nachhaltig perspektivenreich!
Montanuniversität Leoben
An der Montanuniversität werden derzeit elf Bachelorstudien, 14 Masterstudien und das Doktoratsstudium der montanistischen Wissenschaften angeboten. Neben Angewandten Geowissenschaften, Metallurgie, Montanmaschinenbau und vielen anderen Bachelor-Studien vermittelt die Ausbildung zum Rohstoffingenieur allgemeine technische Grundlagen und deckt den gesamten Bereich vom Abbau der Rohstoffe, über deren Aufbereitung bis zur Produktion von Baustoffen und keramischen Erzeugnissen sowie den Tunnelbau ab. Im Anschluss kann aus zwei Masterstudien gewählt werden: Das Masterstudium Rohstoffgewinnung und Tunnelbau sowie das Masterstudium Rohstoffverarbeitung.
Rohstoffingenieurwesen (BSc)
Rohstoffingenieure finden auf der ganzen Welt Einsatz, daher sollte man bereit sein, Fremdsprachen zu lernen und im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Wenn man dynamisch ist, es Spaß macht in einem internationalen Team zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen, ist man bestens gerüstet für die spannenden und vielfältigen Aufgaben des Rohstoffingenieurs.
Werkmeisterschule für die Mineralrohstoffindustrie
Durch das Inkrafttreten des Mineralrohstoffgesetzes (MinroG) mit 1. Jänner 1999 wurde das Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten von allen mineralischen Rohstoffen unter das MinroG gestellt. Dadurch wurde die Möglichkeit einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Ausbildung erforderlich. Aufgrund der mit 1. Jänner 2002 gültigen Mineralrohstoffgesetzesnovelle haben sich auch Änderungen hinsichtlich dem einschlägigen Ausbildungssektor verantwortlicher Personen (BPV-Personen) ergeben.
Die hierfür nötige Vorbildung kann mittels entsprechendem Hochschulstudium, einer einschlägigen Lehranstalt oder eines einschlägigen Lehrberufs erworben werden. Bei Fehlen der genannten Vorbildung sind die theoretischen Kenntnisse durch Ablegung einer Prüfung unter Beiziehung eines Sachverständigen nachzuweisen. Die Vollziehung erfolgt entweder durch den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit oder durch die Bezirksverwaltungsbehörden.
Die zweisemestrige Werkmeisterschule kann beispielsweise an der HTL Leoben besucht werden. Die Grundausbildung ist als Tagesschule geführt und dauert 10 Wochen (geblockt). Der Besuch des zweiten Semesters setzt eine positive Absolvierung des ersten Semesters voraus und dauert 9 Wochen (geblockt).
Sprengmeister
Die Ausbildung zum Sprengmeister kann beispielsweise an der Universität für Bodenkultur absolviert werden. Die Lehrveranstaltungen zur Sprengtechnik (VO und UE) und die anschließenden Prüfungen (schriftlich und mündlich) finden jedes Jahr im Oktober und November statt.
Bedingungen für die Anmeldung zum Sprengkurs:
- Vollendung des 21. Lebensjahrs zum Stichtag 1.10., d.h. man muss 21 sein.
- Positive Absolvierung der 3-stündigen Geologie-Vorlesung. Die Prüfung muss bis zum Anmeldetag positiv absolviert sein!
Die praktische Übung findet derzeit im Steinbruch Hengl in Limberg bei Maissau, NÖ statt.
Stakeholder (Verwaltung, Behörden, NGOs etc.)
Diese Nachhaltigkeitsstrategie sowie aktuelle Themen und Problemfelder wurden im Lauf der Jahre in ganz Österreich im Rahmen von sog. Stakeholder-Roundtables diskutiert und gemeinsam an Lösungen gearbeitet. Das Forum Rohstoffe lädt zu diesen Stakeholder-Roundtables Vertreter von Umweltanwaltschaften, Wasserrechts-, Naturschutz- und Forstabteilungen der Länder, Vertreter von Gemeinden, NGOs, Universitäre- bzw. Bildungseinrichtungen sowie der geologischen Bundesanstalt etc. ein, mitzudiskutieren und auch die eigenen Anliegen in den Diskussionsprozess einzubringen.
Anrainer & Bevölkerung
Hand in Hand mit den Stakeholder-Roundtables sind es vor allem die Anrainer und die ansässige Bevölkerung, die einen Rohstoffe gewinnenden Betrieb in ihrer Umgebung mittragen müssen. Rohstoffgewinnung kann nicht im Geheimen passieren. So ist es unumgänglich, dass Anrainer von Rohstoffgewinnungsunternehmen Belastungen zu tragen haben. Die gesamt Branche ist jedoch angehalten, diese so gering wie möglich zu halten und auf die Bedürfnisse der Anrainer einzugehen. Da es in Österreich rund 950 Sand- und Kiesgruben sowie ca. 350 Steinbrüche gibt, liegt statistisch in jeder zweiten österreichischen Gemeinde eine aktive Rohstoffgewinnungsstätte. Diese Unternehmen sind damit bedeutende regionale Wertschöpfer. Sie gewährleisten eine ausgezeichnete Nahversorgung. Diese Nahversorgung ist deshalb so wesentlich, weil sie Transportkosten und Verkehr reduziert und vor allem Anrainer, Umwelt und Straßen schont. In ländlichen Regionen, in denen Jobs Mangelware sind, sichert die Baurohstoffwirtschaft zudem ca. 5.000 Arbeitsplätze. In der indirekt mit der Branche zusammenhängenden Bauwirtschaft sind dies über 150.000 Arbeitsplätze. Damit leistet die mineralische Rohstoffgewinnungsbranche nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Volkswirtschaft, sondern auch zur Beschäftigungssituation.
Freizeit & Erholung