
Das Schwammstadt Prinzip hilft Stadtbäumen dabei, besser zu überleben. Unter Straßen und Plätzen wird dafür ein spezieller Untergrund eingebaut, der wie ein großer Wasserspeicher funktioniert. © KI generiert
Gut geplante Gemeindegrünflächen kühlen an heißen Tagen, speichern Regenwasser und schaffen Orte zum Durchatmen. Eine oft unterschätzte Schlüsselrolle spielen dabei mineralische Bodensubstrate, die unsichtbaren Helfer unterhalb von Parks, schattenspendenden Bäumen und begrünten Dächern.
Damit Grünräume ihr volles Potenzial entfalten können, ist die richtige Vorbereitung des Bodens entscheidend. Denn der Untergrund bestimmt, wie gut Pflanzen Wasser aufnehmen können, wie viele Nährstoffe ihnen zur Verfügung stehen und wie widerstandsfähig sie gegenüber Hitze und Trockenheit sind.
Gesteine für optimales Pflanzenwachstum
Besonders in Städten, wo Böden oft stark verdichtet sind, reicht herkömmliche Erde meist nicht aus. Speziell aufbereitete technische Substrate aus lokalen Rohstoffen schaffen hier optimale Bedingungen. Durch eine durchdachte Kombination aus geeigneten Pflanzen und optimal abgestimmten Substraten lassen sich langfristig sogar Pflegeaufwand und Bewässerungsbedarf reduzieren.
Grundlage dafür sind präzise abgestimmte Mischungen aus qualitätsgesicherten Gesteinen und Mineralen wie Sand, Kies und gebrochenem Stein. In sorgfältig abgestimmten Mischungen sorgen sie dafür, dass Pflanzenwurzeln ausreichend Sauerstoff erhalten und Wasser gleichmäßig gespeichert wird. Gleichzeitig verhindern sie Staunässe und bieten den Wurzeln Stabilität. Das Ergebnis sind gesunde Stadtbäume und robuste Grünflächen, vom Park bis zum Kreisverkehr.
Das Schwammstadt-Prinzip in der Praxis
Angesichts häufiger Hitzeperioden und starker Regenfälle steht heute die Fähigkeit von Böden, Wasser aufzunehmen und zu speichern besonders im Fokus. Genau hier kommt das sogenannte Schwammstadt-Prinzip ins Spiel. Ziel ist es, Regenwasser vor Ort zu speichern, statt es schnell über die Kanalisation abzuleiten.
Unter Straßen, Plätzen oder Gehwegen werden dafür Schichten aus groben und feinen mineralischen Materialien eingebaut. Sie funktionieren wie ein Schwamm: Bei Regen nehmen sie Wasser auf, speichern es und geben es bei Trockenheit langsam wieder an die Pflanzen ab. Stadtbäume profitieren besonders davon, weil sie mehr Platz für ihre Wurzeln haben und auch in heißen Sommern besser versorgt sind.
Begrünte Dächer, spürbarer Nutzen
Eine weitere Möglichkeit, das Ortsklima angenehmer zu gestalten, ist die Begrünung von Fassaden und Dächern. Der positive Klimaeffekt durch Dachbegrünungen angesichts der vielen kahlen horizontalen Flächen, die sich in der Sonne aufheizen, ist nicht zu unterschätzen. Gerade Flachdächer oder Giebeldächer mit einer Neigung zwischen fünf und zwanzig Grad können mit genügsamen Pflanzen begrünt werden.

Auch in ländlichen Gebieten leisten begrünte Dächer einen wichtigen Beitrag zur Retention: Sie speichern Regenwasser und geben es über Verdunstung langsam wieder ab. © HAAS Garten-, Dach- und Landschaftsbau GmbH
Ob auf dem Dach, im Park oder entlang der Straße: Mineralische Bodensubstrate bilden die Grundlage für widerstandsfähige Pflanzen und ein angenehmes Ortsklima. Sie wirken im Verborgenen, als unsichtbare Helfer unter unseren Füßen, leisten aber einen wichtigen Beitrag für lebenswerte Städte und Gemeinden.
Technische Substrate
- Welche Arten gibt es?
Es gibt verschiedene Arten technischer Substrate, zum Beispiel für Bäume, Dächer, Rasenflächen, Stauden und begrünte Verkehrsflächen. - Wofür werden technische Substrate eingesetzt?
Sie ermöglichen standortgerechte Begrünungen in Stadt- und Landschaftsräumen. Ziel ist es, Wasser speichern, aber auch ableiten zu können, Wurzeln zu belüften und langfristig stabile Strukturen zu bieten. - Woraus bestehen technische Substrate?
Technische Substrate bestehen aus sorgfältig aufeinander abgestimmten mineralischen und organischen Bestandteilen. Zum mineralischen Gerüst zählen Sand, Kies, Splitt, Lava oder Blähton, während Kompost und Rindenhumus die organische Komponente bilden. Ergänzt werden diese Mischungen durch feine Zuschläge wie Schluff oder Lehm. Sie verbessern ddie Wasserspeicherung verbessern und unterstützen das Pflanzenwachstum durch gezielt dosierte Nährstoffe.
Autor: Evelin Past, Forum mineralische Rohstoffe