Europäisches Forum Alpbach 2009
25. August 2009
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FORUM ALPBACH 2009 - Arbeitskreis
05 zum Thema
Die »Ökoperformance« der
mineralischen Rohstoffindustrie – Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit,
Vertrauen
Der Zugang zu Rohstoffen stellt eine Grundvoraussetzung für die Absicherung des Industriestandortes Europa dar. In Europa werden jährlich 3,5 Mrd. Tonnen Baurohstoffe verbraucht. In Österreich beträgt der Bedarf an mineralischen Rohstoffen wie Sand, Kies, Naturstein, Kalk, Lehm, Ton, Mergel, Schiefer, Gips und Industrieminerale jährlich bei über 100 Millionen Tonnen (pro Kopfverbrauch rund 12 Tonnen pro Jahr). In mehr als 1.200 Gewinnungsstätten,
also in fast jeder zweiten österreichischen Gemeinde, werden diese
Rohstoffe gewonnen und so die Transportwege möglichst kurz gehalten.
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Umwelt und Rahmenbedingungen
Die Gewinnung von Sand, Kies und Schotter befindet sich in einem besonderen Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Rohstoffgewinnung stellt zeitweilig nicht unerhebliche Eingriffe mit zum Teil weitreichenden Auswirkungen in ihre Umwelt dar. Diese werden naturgemäß nicht von allen Beteiligten positiv gesehen. Sektionschef DI Günter Liebel (Lebensministerium): „Für die mineralische Rohstoffindustrie gelten ebenso wie für andere Industriesektoren klare umweltpolitische Rahmenbedingungen. Wesentliche Vorgaben enthält insbesondere das EU-Klima- und Energiepaket mit der Neugestaltung des Emissionshandelssystems und den Zielen im Bereich der erneuerbaren Energiequellen. Bei aller Fokussierung auf den Klimaschutz sind aber auch andere Umweltaspekte nicht zu vernachlässigen, z.B. die Staub- bzw. Feinstaubemissionen, Natur- und Landschaftsschutz oder auch die Frage des Ressourcenverbrauchs." Die Mitglieder des Forums mineralische Rohstoffe arbeiten seit vielen
Jahren daran, Rohstoffe möglichst öko-effizient zu nutzen und
ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Durch die Steigerung
der Öko-Effizienz von Produktions- und Konsumaktivitäten soll
es künftig möglich sein, gleich viele oder sogar mehr Produkte
herzustellen und gleichzeitig die Leistung der Produkte mit deutlich reduziertem
Einsatz an Material, Energie und Land sowie mit deutlich weniger Abfällen
zur Verfügung zu stellen.
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EU-Nachhaltigkeitsstrategie
Die Versorgung mit Rohstoffen ist für Europa zu einer Herausforderung geworden, die eine gemeinsame Strategie aller Mitgliedsstaaten erfordert. So hat die Europäische Kommission im November 2008 eine Strategie präsentiert, die eine verbesserte Versorgung und Absicherung Europas mit nicht-energetischen Rohstoffen langfristig sicherstellen soll. Industriekommissar Günter Verheugen stellte im Rahmen seiner Präsentation der EU-Rohstoffinitiative fest, dass „Rohstoffe für das nachhaltige Funktionieren unserer modernen Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung“ sind und führt weiters aus, dass „diese Rohstoffe wesentlich für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der europäischen Wirtschaft sind“. Einen Schwerpunkt in der EU-Nachhaltigkeitsstrategie bildet der Bereich zum Schutz und Management der natürlichen Ressourcen mit dem Ziel eines verantwortungsbewussteren Umgangs damit. Zwei wichtige Ziele dabei sind das Aufbrechen der Verkettung von Wirtschaftswachstum, Nutzung der Ressourcen und Abfallproduktion und der Schutz und Wiederherstellung von Habitaten und natürlichen Systemen und Eindämmung des Verlustes der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010. Mit der Erklärung von Göteborg im Jahr 2001 hat sich die Europäische
Union unter dem Titel „Countdown 2010“ das Ziel gesetzt, den Verlust der
Biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Auch die vor zwei Jahren
begonnene Debatte „Business and Biodiversity“ beschäftigt sich damit,
wie Unternehmen helfen können, den Artenverlust zu stoppen. „Hier
geht es nicht um das perfekte Unternehmen, sondern um Unternehmen, die
bereit sind, Biodiversitätsziele in ihren Unternehmenszielen zu verankern“,
so Dr. Heidrun Kleinert von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen
Kommission in Brüssel.
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Zusammenarbeit mit dem WWF
Im Rahmen der seit dem Jahr 1999 bestehenden Zusammenarbeit mit dem WWF Österreich wurden im Jahr 2007 neben der Umsetzung von Artenschutzprojekten und Umweltbildung eine gemeinsame Vision entwickelt, um „einen maßgeblichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt sowie zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks zu leisten“, so Dr. Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF Österreich. Im Jahr 2008 ließen die Rohstoffe gewinnenden Unternehmen gemeinsam als erste Sparte weltweit ihren ökologischen Branchenfußabdruck berechnen (Projektpartner WWF und SERI). Der Ökologische Fußabdruck fasst die wesentlichsten Umweltauswirkungen in einer Maßzahl zusammen und eignet sich daher hervorragend, um eine ökologischen Gesamtbewertung von Unternehmen (bzw. hier erstmals einer Branche) vorzunehmen. „Auf Basis dieser Erhebung ist nun wesentlich transparenter, wo die Hebel für eine Verbesserung der eigenen Umweltperformance anzusetzen sind“, so Aichberger. Ziel der Branche ist es, auf Grundlage dieser Analyse negative Umweltauswirkungen kontinuierlich zu reduzieren. |
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Rohstoffe gewinnenden Unternehmen unterzeichnen „Countdown
2010“
Der Europäische Gesteinsverband UEPG und seine Mitglieder, wie das Forum mineralische Rohstoffe, unterzeichneten am 2. Mai 2007 die „Countdown 2010“-Erklärung zur Rettung der biologischen Vielfalt. Dies zeigt unmissverständlich die Bereitschaft und das Engagement der europäischen Gesteinsindustrie, einen Beitrag zur Rettung der Artenvielfalt zu leisten. Jede Anstrengung soll unternommen werden, um einen Nettobeitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu leisten. Zudem soll die Verträglichkeit der Gesteinsgewinnung mit Natura 2000-Gebieten dargestellt werden. Dr. A. Michael Warhurst von Friends of the Earth Europe: “It is good
that we are now starting to address climate change, but climate change
is not the only environmental threat. We live in a finite world, with humanity
taking an ever-increasing percentage of the resources of this world, whether
raw materials, land or water. This is having negative impacts on biodiversity
around the world, and affecting people’s livelihoods. The drivers for this
increase in resource use are continued increases in real resource consumption
per capita in the developed world, rapidly increasing consumption in some
developing countries, and continued increases in population”.
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| Natura 2000 - die Zeit ist reif: Business and Biodiversity
„Ein Kernstück der europäischen Naturschutzpolitik ist der Aufbau des Netzwerkes Natura 2000 bestehend aus besonderen Schutzgebieten nach der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie. Natura 2000 ist effizienter Naturschutz. Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse haben wir erstmalig ein umfassendes und zusammenhängendes Schutzgebietssystem geschaffen, das die grundlegende Bedeutung biologischer Vielfalt und der Menschen anerkennt. Es ist ein europäischer Ansatz: Er schließt wirtschaftliche oder andere Aktivitäten nicht grundsätzlich aus, sofern diese die Substanz nicht schädigen. Natura 2000 ist also kein für den Menschen und Nutzungen unzugängliches „Tabu-Gebiet“. Eine Ausweisung zum Natura 2000 Gebiet bedeutet nicht die Einstellung jeglicher wirtschaftlicher Aktivitäten,“ so Kleinert. |
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PODIUMSDISKUSSION
DISKUSSION MIT DEM PUBLIKUM |
| Handout AK 05 Reformgespräch
Presseaussendung Programm Arbeitskreis 05 |
Rückfragehinweis:
Forum Rohstoffe, Mag. Robert
Wasserbacher,
Tel. (0) 590 900 – 3534,
steine@wko.at
www.ForumRohstoffe.at