 |
Nationaler Rohstoffplan
steht vor Fertigstellung
Utl.: Plan soll Nationalrat
Ende 2008 vorgelegt werden -
Heimische Stein- und keramische
Industrie erwirtschaftete im Vorjahr 3,47 Mrd. Euro (+3,95 Prozent) Umsatz
Wien (APA) - Der nationale Rohstoffplan,
der die Versorgung Österreichs mit Mineralien wie Sand, Kies oder
Naturstein sicherstellen soll, steht vor der Fertigstellung. Ende 2008
soll der Plan dem Nationalrat vorgelegt werden, sagte der Generalsekretär
des Wirtschaftsbundes, Karlheinz Kopf, am Dienstag vor Journalisten.
Die einzelnen Bundesländer
sollen den Rohstoffplan in die Raumordnung aufnehmen, appellierte Kopf
während der Pressekonferenz. Dies sei umso notwendiger, da wegen der
steigenden Bevölkerungszahlen und des daraus resultierenden Baubedarfs
das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage an Rohstoffen sehr eng
gewichtet sei. Zur Erleichterung der Umsetzung des Plans schließt
sich das Forum dem Vorschlag des Wirtschaftsministeriums an, ein "rohstoffwirtschaftliches
Planungsorgan" - ähnlich den wasserwirtschaftlichen Planungsorganen
- einzurichten.
|
 |
Österreichweit
werden pro Jahr zwischen 95 und 105 Mio. Tonnen an mineralischen Rohstoffen
wie Sand, Kies, Naturstein, Kalk, Lehm, Ton oder Gips gebraucht. In rund
900 Kiesgruben und 200 Steinbrüchen werden die Rohstoffe gewonnen.
Rund 90 Prozent davon fließen in die Bauwirtschaft, darunter auch
in den privaten Wohnbau und die Gestaltung von Gärten und Außenflächen.
Für die Errichtung von Infrastruktur, Wohnbau sowie Hoch- und Tiefbau
werden jährlich mehr als 80 Mio. Tonnen mineralische Rohstoffe benötigt.
Abhängig von der Region beziehungsweise dem politischen Bezirk benötigen
die Österreicher pro Jahr und Kopf zwischen 7 und 14 Tonnen mineralischer
Rohstoffe.
Im Vorjahr habe die heimische
Stein- und keramische Industrie mit 15.401 Mitarbeitern (+1,46 Prozent)
3,47 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet, was einem Plus von 3,95 Prozent entspricht,
sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes, Carl Hennrich. Der
Jahresverlauf sei allerdings "dramatisch" gewesen. Im ersten Halbjahr wurden
Zuwächse von 10,66 Prozent verzeichnet, dann folgten aber Verkaufsrückgänge
von bis zu 6 Prozent bis zum Jahresende.
Im ersten Quartal 2008 seien
die Rückgänge aufgefangen worden, so Hennrich. Für das heurige
Jahr erwartet der Fachverbandsgeschäftsführer ein Umsatzwachstum
zwischen 2 und 3 Prozent. Die Abschwächung der heimischen Bautätigkeit
auf einen Zuwachs von 2,3 Prozent im heurigen Jahr (2007: +3,7 Prozent)
dürfte durch eine verstärkte Exporttätigkeit abgefedert
werden. Im Vorjahr konnten die Baustoffhersteller und Keramikfirmen ihre
Ausfuhren um 11,3 Prozent auf 820 Mio. Euro steigern. Als Hauptgrund für
diesen Trend nannte Hennrich die anhaltenden Investitionen im Baubereich
in Ost- und Südosteuropa.
(Schluss) reb/kre
APA0469 2008-04-08/14:56
081456 Apr 08
Mag. Ulrike Sangeorzan-Sporer,
MAS, Stabsabteilung Presse, Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63,
1045 Wien, Tel.: 05 90 900 - 4161, Fax.: 0 5 90 900 - 263
|

|
Notstand bei
Baurohstoffen?
Florierende Bauwirtschaft
braucht Kies, Sand und Schotter
Die beachtlichen Zuwachsraten
der Bauwirtschaft in den letzten Jahren werfen zunehmend die Frage auf,
woher kommen die mineralischen Rohstoffe für den Hoch- und Tiefbau
in der Zukunft?
Damit beschäftigt sich
nicht nur der vor der Fertigstellung befindliche Österreichische Rohstoffplan,
sondern seit kurzem auch die Europäische Kommission. Sie plant eine
Versorgungsrichtlinie.
Zu diesen Themen sprachen folgende
Experten:
• Generalsekretär Mag.
Karlheinz KOPF, Abgeordneter zum Nationalrat und Umweltsprecher der Österreichischen
Volkspartei
• o.Univ.Prof. Dr. Werner PILLER,
Universität Graz, Vorstand des Instituts für Erdwissenschaften,
Vorsitzender des Österreichischen Nationalkomitees für Geowissenschaften
• Dr. Carl HENNRICH, Geschäftsführer
des Fachverbandes Steine-Keramik
Im Zuge der Pressekonferenz
wurden auch die Jahresergebnisse 2007 des Fachverbandes Steine-Keramik
präsentiert und die aktuelle wirtschaftliche Situation der Baustoffindustrie
beleuchtet.
|